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Unsere Haltungen

Unsere Haltungen entspringen einerseits einem intensiven, bewußten Prozess der Profilbildung und andererseits der langjährigen Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule. 

Die Martinschule hat ihre Wurzeln bereits im 19. Jahrhundert, nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie durch ihre damalige Schulleiterin Frau Hauber zur sonderpädagogischen Institution etabliert. Generationen von leidenschaftlichen Pädagogen haben das Bild unserer Schule geprägt und unser Handeln geformt. Immer wieder musste sich die Martinschule besonderen Bedingungen stellen. Der Schutz und das Wohlergehen der ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler stand dabei immer im Mittelpunkt. Nochmals sei hier unsere Mentorin erwähnt, die in Kriegszeiten selbstlos behinderte Kinder vor den fanatischen Nationalsozialisten rettete. Auf diesem Fundament bauen wir auf!

Nun stellen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit. Die Schullandschaft verändert sich. Im Zeitalter der Inklusion sind die Sonderpädagogen in besonderer Weise und mit ihrer ganzen Professionalität gefragt. Denn wir tragen auch für die Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Verantwortung, die nicht unsere Schule besuchen. Gerade die Kinder, die im inklusiven System beschult werden brauchen unsere besondere Unterstützung. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler, die weiterhin unsere Schule besuchen, einen meist so hohen Förderbedarf, dass auch hier unsere gesamte Fachlichkeit gefragt ist.

Deshalb haben wir uns einige Grundhaltungen zu eigen gemacht, wir sind überzeugt, dass diese unser Denken und Handeln innerhalb und außerhalb unserer Schule konstruktiv und im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler positiv leiten:

Wir arbeiten auf der Grundlage aktueller wissenschaftllicher Erkenntnisse

In einem ausführlichen und mehrjährigen Prozess haben wir umfangreiche Literaturarbeit betrieben und aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen beobachtet:

Systemtheorie

Transaktionsanalyse

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

Traumatherapie und -pädagogik

Entwicklungspsychologie, inkl. Entwicklungspädagogischer Unterricht

Neue Autorität nach Haim Omer

Neurophysiologische Erkenntnisse des Lernens nach Spitzer

Wir haben ein Menschenbild

  • Jeder Mensch hat Entwicklungspotential.
  • Die Kinder, Jugendlichen und Eltern sind aktive Konstrukteure ihrer Entwicklung.
  • Jeder Mensch hat gute Anlagen, strebt sie zu entwickeln und braucht dazu positive soziale Beziehungen.
  • Jeder hat Bedürfnisse nach Sicherheit, Zuwendung/Kontakt, Versorgung/Pflege.
  • Bedürfnisse sind die Motivation für Handeln.
  • Wir glauben, dass es für jedes Verhalten einen Kontext, gibt in dem es sinnvoll ist und bemühen uns dieses in den jeweiligen Kontext zu setzen.
  • Menschen brauchen/streben nach Kooperation nicht nach Konkurrenz.
  • Ziel der Entwicklung ist das kreative Selbst des Individuums.
  • Wir glauben, dass alle Menschen Fähigkeiten und Kompetenzen haben, um Probleme zu lösen.
  • Der Mensch sucht Antworten auf die Fragen: Wer bin ich? Wie sehe ich die Anderen und die Welt?
  • Jeder Mensch hat Ressourcen.
  • Sinnsuche und Integration von Selbst und Fremden
  • Jeder Mensch hat verschiedene Ich-Anteile.
  • Menschen sind verwundbar.
  • Der Mensch ist dialektisch angelegt.
  • Der Mensch ist ein sprachliches Wesen.
  • Menschen leben in Beziehungen (zu anderen und zu sich selbst).
  • Wir verstehen jedes Verhalten als sinnhaftes und bedürfnisorientiertes Handeln.
  • Es gibt kein immer und auch kein nie! Es gibt immer Ausnahmen!

Wir haben daraus resultierende Haltungen

  • Die Entwicklung eines Kindes und Jugendlichen ist zu jedem Zeitpunkt positiv und negativ beeinflussbar.
  • Verhaltensauffälligkeiten verstehen wir als ursprünglich sinnvolle Lösungsversuche.
  • Wir vertrauen, dass das Kind eigenaktiv und konstruktiv Entwicklung gestaltet.
  • Wir bevorzugen Wiedergutmachung statt Bestrafung
  • Wir sind überzeugt, dass seelische Wunden Versorgung brauchen.
  • Wir bleiben beharrlich und lassen der Entwicklung Zeit = go slow!
  • Wir achten Bedürfnisse.
  • Wir schätzen die Unversehrtheit aller und gestalten unsere Schule als geschützten Raum.
  • Wie handeln jederzeit gewaltlos!
  • Wir vermeiden Machtspiele.
  • Wir sehen die Basis unseres Handelns und versuchen das Bindungsverhalten des Kindes zu verstehen.
  • Ich kann nur aus meiner eigenen Wahrnehmung sprechen/handeln.
  • Wir versuchen den Schüler schwerpunktmäßig als Person und in seinem Kontext und nicht nur als Schüler zu sehen.
  • Das tun wir: beobachten, wahrnehmen, ernst nehmen, annehmen, handeln, reflektieren, Rückmeldung geben.
  • Ich bin mir bewusst, dass Kinder alles über die Beziehungsebene ausführen – das ist eine hohe Verantwortung meinerseits.
  • Ich bin mir bewusst, dass wir Schüler haben, die aus verschiedenen Gründen „psychisch unreif“ sind.
  • Ich bin mir bewusst, dass sich positive psychische Funktionen durch immer wiederkehrende Abläufe (Training) ausbilden können, die auch eingefordert werden müssen – Nachreifen soll ermöglicht werden!
  • Ich bin mir bewusst, dass die Schüler ein erwachsenes Gegenüber benötigen (bedürfen), das Strukturen vorgibt und Orientierung bietet, sowie eine verlässliche Beziehungsebene darstellt.
  • Lehrer als Bindungsobjekt
  • Lehrer als gelassener Entwicklungsbegleiter.
  • Handlungs- und Denkmaxime der Gewaltfreiheit.
  • Therapeutisch Denken - pädagogisch Handeln!